Systemische Arbeit

„Die individuelle Motivationsebene ist unabdingbar verzahnt mit denen des Mehrpersonensystems. Der innerpsychische Bereich wird sinnlos, wenn man ihn aus dem Ich-Du-Beziehungskontext herausnimmt. Das Selbst ist naturgemäß das Erlebenszentrum der Persönlichkeit, aber es ist immer ein subjektives Ich, das ohne irgendein Du nicht zu denken ist.“ I.Boszormenyi-Nagy

 

„Ein Prozess der Heilung kann nur gelingen, wenn alle Teile eines Systems die notwendige Beachtung und Würdigung finden.“
Harald Banzhaf, Mein Körper, mein Trauma, mein Ich

„Die Methode der Aufstellungen ist für mich zu einer der wichtigsten Quellen der Einsicht in psychische Strukturen und seelische Muster geworden. Sie verbindet in meinen Augen in einzigartiger Weise die Möglichkeiten der Problemdiagnostik mit den Ansatzpunkten für wirkungsvolle therapeutische Interventionen. Kein Gespräch und kein Fragebogen kann so eine Fülle an Informationen über die äußerst komplexe seelische Struktur eines Menschen zu Tage fördern wie eine Aufstellung. Ich kenne keine andere Methode, die so schnell das Wesentliche eines seelischen Konfliktes erfassen und auf den Punkt bringen kann.“
Franz Ruppert, Trauma, Bindung und Familienstellen

Unser Ansatz der Phänomenologischen Aufstellungsarbeit geht auf die Systemische Familientherapie von Bert Hellinger zurück.

Bert Hellinger fand in jahrzehntelanger Arbeit Ordnungsprinzipien, die innerhalb eines Familiensystems wie Gesetzmäßigkeiten wirken.  Er entdeckte, dass jedes in die Familie hineingeborene Mitglied diesen Prinzipien unbewusst und bedingungslos folgt.

Ist die Ordnung eines Systems intakt, fühlen sich die Angehörigen in Liebe verbunden und frei, das eigene Leben zu leben. Ist diese Ordnung jedoch gestört, kommt es meistens zu schicksalhaften Verwicklungen, in denen sich Familienmitglieder aus Liebe und Treue mit einem Ahnen verstricken.

Hellingers Arbeit zeigt, dass schwere Schicksale und Ereignisse in der eigenen Herkunftsfamilie häufig eine Dynamik entwickeln, die weit reichende Wirkungen auf uns ausüben. Wir, als Nachfahren, binden möglicherweise unsere Lebensenergie an das Schicksal der Ahnen, oft mit schlimmen Folgen. Gleichzeitig ist es eben auch unser Schicksal in dieses Familiensystem hineingeboren zu werden. Unglückliche Beziehungen, beruflicher Misserfolg,werden unbewusst angestrebt. Es kann zu physischen und psychischen Krankheiten kommen, sogar Todessehnsucht kann die Folge sein.

Die von Bert Hellinger entwickelte Aufstellungstechnik macht diese Dynamiken sichtbar und erlebbar. Und sie bietet wirksame Möglichkeiten, mit denen diese Art von Schicksal u und Verstrickung wirksam und nachhaltig gelöst werden kann.

In den letzten Jahren gab es Weiterentwicklungen der Methode der Phänomenologischen Aufstellung. Diese sind u.a. die Strukturaufstellungen nach Matthias Varga von Kibed und Insa Sparrer, sowie die Aufstellungsmethode des Anliegens (die einzelnen Begriffe des Anliegens) nach Prof. Ruppert.

In unserer Arbeit verwenden wir die situativ passende Methode.

Die treibende Kraft hinter Verstrickungen und den teils schwerwiegenden Folgen ist eine tiefe unbewusste Liebe zur eigenen Sippe. Wird diese Liebe bewusst erlebt, kann sie eine heilende und befreiende Kraft entfalten. Auf diesen tiefen inneren Vollzug arbeitet jede Aufstellung hin.