NLP III – die dritte Generation

Das Studium der Struktur des subjektiven Erlebens geht weiter –  kennzeichnet  eine „neue“ NLP Generation?

Woher wissen wir, dass die Entdeckungen oder Strukturen der neuen Generation „ein Teil des NLP“ sind und nicht etwas ganz Anderes?

Immer wieder hat es im Laufe der Jahre NLP-Practitioner und sogar Trainer gegeben, die behauptet haben, dass Themen wie „Spiritualität“, „Liebe“, „frühere Leben“ oder „Reinkarnation“ keinen Platz im NLP haben. Andererseits beziehen sich diese Themen auf starke, vielen Menschen gemeinsame subjektive Erfahrungen und als solche gehören sie sicherlich zum Studienbereich des NLP.

 NLP interessiert sich weder für den speziellen Inhalt von subjektiven Erfahrungen noch ob sie „wahr“ sind oder nicht. Vielmehr geht es um die Fragen wie: „Wie unterscheidet sich die Erfahrung dieser subjektiven Phänomene von der Erfahrung anderer subjektiver Phänomene? – „Welche Folgen haben diese subjektiven Erfahrungen für uns?“ – „Führen sie zu kreativen oder zu problematischen Reaktionen und Antworten?“ – „Fördert oder hemmt die Struktur dieser Erfahrung eine erfolgreiche Leistung?“ – „Wird unsere persönliche Zufriedenheit durch unsere Beziehung zu solchen Erfahrungen gesteigert oder vermindert?“ – „Ermöglicht uns die Art, wie wir diese Erfahrungen machen, eine Auswahl von Reaktionsmöglichkeiten oder führt sie zu Gefühlen der Hilflosigkeit und Abhängigkeit?“

In anderen Worten, wenn ein NLP-Practitioner oder Coach mit jemandem arbeitet, der von „Erfahrungen aus einem früheren Leben“ spricht, so würde er nicht über die Gültigkeit dieser Erfahrung diskutieren. Eher würde er neugierig werden auf die Struktur und die Konsequenzen dieser bestimmten subjektiven Erfahrung.

Die Grundsätze, die bestimmen, ob ein Format Teil von NLP ist:

  • Das Format betont Prozess und Struktur im Gegensatz zum Inhalt.
  • Es führt Prozesse und Unterscheidungen (Denken, Erinnern, Sich-etwas-Vorstellen, Entscheiden, Wünschen, Wollen, Diskutieren) auf unsere Anatomie (die fünf Sinne: sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken) und die Funktionen des menschlichen Nervensystems (Menschliche Erfahrung ist das Ergebnis der Informationen, die wir durch unser Nervensystem erhalten, bearbeiten oder generieren) zurück.
  • Das Format erlaubt das einfache Erkennen und Beeinflussen von Unterscheidungen und Prozessen durch natürliche und spontane Muster der verbalen und nonverbalen Kommunikation. (Aus NLP Sicht ist unsere Sprache ebenfalls ein Produkt unseres Nervensystems. Sprache ist also eindeutig eines der wesentlichen Mittel, um das eigene Nervensystem und die Nervensysteme von anderen zu aktivieren und zu stimulieren. Durch die Art wie wir Sprache gebrauchen, wird subjektive Erfahrung geformt und ausgedrückt.)
  • Es organisiert die Ergebnisse der Untersuchungen in praktische Übungen, Techniken und Werkzeuge, die genutzt werden können, um menschliche Erfahrung und Verhaltensweisen zu beeinflussen und zu verändern.

Eine „neue“ Generation des NLP als Ergebnis äußerer wie innerer Einflüsse

Im NLP wird stets betont, dass „die Landkarte nicht das Gebiet“ ist.

Vielleicht kann man daran erinnern, dass in vielerlei Hinsicht auch „das Gebiet nicht das Gebiet ist“, weil es sich nämlich ständig verändert. Was die Welt im 21. Jahrhundert vom NLP erwartet, unterscheidet sich von den Erwartungen in der frühen Phase, den späten 1970er Jahren. Es gibt neue Herausforderungen, neue Möglichkeiten und eine Verschiebung des Fokus von einer mehr individuellen Orientierung hin zu einer Sichtweise, die die Ökologie eines gesamten Systems oder „Feldes“ umfasst.

Im NLP ging es schon immer um das Studium der Struktur subjektiver Erfahrung. Anfangs fokussierte sich das Interesse mehr auf Faktoren der Umwelt, des Verhaltens, der Wahrnehmung, die menschliche Leistung beeinflussen. Im Laufe der Zeit wurden neue Phänomene modelliert, was zu einer Ausweitung der Anwendung des NLP geführt hat, wie zu einer Weiterentwicklung der Grundlagen selbst. Inzwischen werden auch umfassendere Faktoren wie Überzeugungen, Werte, Identität und die Dynamik größerer Systeme in die Untersuchung miteingeschlossen.

Die meisten Kenntnisse und Techniken der ersten Generation konzentrierten sich auch Problemlösungen auf der Ebene von Verhalten und Fähigkeiten. In erster Linie richteten sie sich an das kognitive Denken und das Hauptaugenmerk war auf einer Eins zu Eins-Beziehung zwischen Klient und Therapeut, man „tat etwas mit anderen“ (Six-Step, Submodalitäten, Ankern etc.).

Die zweite Generation nahm, zusätzlich zum Fokus auf das Individuum, bereits die Beziehung zwischen dem Einzelnen und seiner Umgebung in den Blick. Es wurden umfassende Werkzeuge entwickelt, die auf den Ebenen der Überzeugungen und Werte angesiedelt waren (Meta-Programme, Re-Imprint etc.)

Die dritte Generation im NLP entwickelt sich seit den 90iger Jahren. Ihre Anwendungen sind generativ, systemisch und beschäftigen sich mit übergeordneten Themen wie Identität, Vision und Mission. Mit der dritten Generation des NLP werden Veränderungen eines ganzen Systems in den Blick genommen.

Die ersten beiden Generationen legten ihr Hauptaugenmerk noch auf das kognitive Denken. Die dritte Generation schließt sowohl somatische Prozesse wie die Dynamik größerer Systeme in die Betrachtung ein, um ein umfassenderes Bild des Geistes zu erhalten (Centering, Generative Change, Integration archetypischer Energien, etc.)

Die dritte NLP-Generation arbeitet mit der Interaktion dieser drei verschiedenen Intelligenzen oder „Denkweisen“:

  1. Dem kognitiven Denken, das im Gehirn entsteht
  2. Dem somatischen Verstand, der im Körper zentriert ist
  3. Einem „Feld“-Denken, welches unsere Beziehung zu den uns umgebenden Systemen einbezieht

Die dritte Generation im NLP strebt nach einer natürlichen Beziehung der Balance und Ausgeglichenheit zwischen diesen drei Denkweisen, um eine tiefere und multidimensionale Intelligenz hervortreten zu lassen.